Harmonica


Ziehharmonica und Mundharmonica - zwei traditionelle Instrumente für Kinder ganz modern

Spätestens seit Hansi Hinterseher und Michael Hirte gewinnen die traditionellen Instrumente wie die Ziehharmonica oder die Mundharmonica zunehmend an musikalischem Interesse, sodass auch immer mehr Kinder diese Form der Musikgestaltung für sich entdecken.

Enstanden sind beide Instrumententypen ungefähr zur selben Zeit.

Während man erste Mundharmonicas bereits 1824 kaufen konnte, musste man auf die damalige Form der Ziehharmonica, noch als einarmig - bespielbares Instrument, bis 1829 warten.

Entstanden ist sie aus ihren Vorgängern, den Harmonien, die in Klavierkörper und Orgeln eingebaut werden konnten und mit ihren Zungen, anders als bei anderen Instrumenten ganze Akkorde anstelle von Tönen erzeugten.

Später folgte ihnen schließlich die Physharmonica, von welcher man direkt zur handbespielbaren Harmonica wechselte.

Die uns heute bekannte Ziehharmonica oder auch Akkordeon, welche zu den Tasteninstrumenten gezählt wird, entstand allerdings erst einige Jahre später, als man erkannte, dass sich das Instrument auch mit beiden Händen spielen lässt.

Von da an war sie bei Straßenmusikanten als Begleitung sehr beliebt, da sie durch ihre kompakte Form überall mit hin zu nehmen war.

Anders die Mundharmonica, die trotz ihres Formates lange als Instrument der Aristokratie galt und bei Kammermusikabenden oft Soloauftritte bekam, für welche spezielle Stücke komponiert wurden.

Ein Luxus, den es bei der Ziehharmonica nicht gab.Sie verfügte nur über ein eingeschränktes Repertoire, dass sich zumeist aus einfachen Volksstücken zusammensetzte, was erklärt, weshalb sich je nach Volksstamm teils sehr unterschiedliche Ziehharmonicas im Laufe der Zeit entwickeln konnten.

Dass die Ziehharmonica ein Vagabunteninstrument war, lässt sich auch heute noch durch seine doch recht schnell zu erlernenden Spielweise erkennen.

Durch das einfache Drücken oder Loslassen der Knöpfe im richtigen Moment erzeugt das Instrument mittels innenliegender Metallzungen durch Schwingungen Akkorde.

Um die Schwingungen erzeugen zu können, betätigt man mit der anderen Hand das Ziehorgan, indem man es auseinander - oder zusammenziehen lässt.

So können selbst Anfänger nach nur wenigen Unterrichtseinheiten erste Erfolge, in Form von kleineren Liedern, mit dem Instrument erreichen, weshalb sie mit Spaß und Motivation beim Instrument bleiben.

Die Kinder freuen sich auf den Unterricht, da der Fortschritt für sie nachvollziehbar ist und sie stolz auf bereits erreichtes sein können.

Wichtig für den Unterricht ist jedoch, dass man ihn sehr spannend und facettenreich gestaltet, um das Instrument modern zu präsentieren und nicht nur als traditionelles Volksmusikinstrument.

Ebenfalls schnell erlernbar und motivationssicher ist die Mundharmonica, die gerade im Bereich der pädagogischen Frühförderung zur Schulung des kindlichen Musiksinns eine Rolle spielt.

Hierfür gibt es, wie auch bei der Ziehharmonica, spezielle, kleinere Kindermodelle.

Diese sind meist aus griffsicherem Kunststoff mit nur wenigen Anblaslöchern, um den Einstieg ins Musizieren zu erleichtern und den Spaß zu erhalten.

Später wird dann oft zu größeren Modellen aus Holz gegriffen, die über einen größeren Tonumfang verfügen, wodurch mehr Möglichkeiten an Liedern gegeben sind.



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